Freitag, 2. August 2013

I'lls - A Warm Reception

Ich bin grade ziemlich entspannt. Also, so richtig. Wenn sich die Zeit verlangsamt und man etwa eine halbe Stunde lang absolut gar nichts tut und sich danach fragt, was man getan hat. So entspannt bin ich. Und da passt diese wunderbar langsame, entspannende Musik einfach perfekt rein. Obwohl ich knapp bei Kasse bin und ich es eigentlich umsonst hätte runterladen können, habe ich doch etwa über drei Euro bezahlt. I'lls liefern hier einfach perfekten Ambient Pop ab, mit etwa einem Achtel der BPM, die ein durchschnittlicher Dubstep-Song erreicht.

Donnerstag, 1. August 2013

Casper - Im Ascheregen

Dies ist kein Abschied,
denn ich war nie willkomm'
Mich würde es nicht wundern, wenn im Verlaufe der nächsten paar Stunden die Infrastruktur von Vimeo zusammenbricht. Oder Twitter überfordert ist, mit all den Meinungen. Und die Bildbearbeitungsprogramme der meisten Mädchen in der Zielgruppe zwischen 13 und 18 werden wahrscheinlich auch heißlaufen, schließlich muss man Textstellen auf Frames des Videos draufklatschen und sich selbst neben Ben Griffey mit Tanktop im Schlamm photoshoppen. Doch mal ganz ohne den Hype - was ist eigentlich grade passiert?
"Im Ascheregen" ist passiert. Casper - Ben Griffey - hat vor wenigen Wochen sein neues Album angekündigt, und heute um Punkt 13 Uhr konnte man sich schließlich das Musikvideo zu besagtem Song auf casperxo.com ansehen. Knapp über fünf Minuten streckt sich das Video, und das Motiv des Artworks findet sich darin auch wieder. Nun wurde der Afroamerikaner in weißer Robe, der in einem Sumpf eine Frau in ebenfalls weißer Robe in den Armen hält (ja, genau das) bisher von der Netzgemeinde eher negativ aufgenommen. Zugegeben, sonderlich ästhetisch sieht das erstmal nicht aus, doch wie Casper bereits sagte: "Wenn man sich das am Ende anschaut, wird man sehen, dass es alles Sinn ergibt. Das Album klingt wie es aussieht."
Und es ergibt Sinn. Auf eine verquere Weise zwar, aber es entsteht doch ein kohärentes Bild, wenn man sich das Video ansieht. Beginnend mit den Naturaufnahmen und Casper, der in einem Wald rumhüpft, über den Trupp aus weißen Frauen und schwarzen Männern, bis zum pianobesetzten Beat, der genauso naturbezogen klingt wie das Video aussieht, hängt alles irgendwie zusammen. Der Text, der davon handelt, sein altes Leben zurückzulassen (Auf und davon, ha!), eine metaphorische Stadt zu verbrennen.
Ein Drittel Heizöl, zwei Drittel Benzin
Augen und Herzen sind Dynamit (hey hey hey)
Casper ist, ob man es nun will oder nicht, die Stimme dieser Generation. Keine Frage, das lockt auch einige Idioten an. Seit 'Xoxo' sind Depressionen nicht tragbar, stehen uns aber so gut. Gut, das ist vollkommen lächerlich und die wenigsten, die sich darin wiederfinden, finden sich wirklich darin wieder, aber man kann Casper hier nicht absprechen, dass er einen Nerv getroffen hat. Und mit seinem neuen Album wird er das wieder tun. Das Motiv des Albums - "back to the roots", raus aus der Zivilisation, rein in die Natur - ist etwas, das uns alle anspricht.
Mit "Im Ascheregen" singt Casper eine Hymne an ein Leben außerhalb der Grenzen der Gesellschaft. Das spricht natürlich tausende pubertierender Mädchen an, aber es kann auch viel mehr sein. Lasst uns daraus doch einfach viel mehr machen.



Mittwoch, 31. Juli 2013

dangerkids - hostage

Ich schreibe das absichtlich ohne Großbuchstaben, weil es ohne Großbuchstaben geschrieben wird. Ja.
Also, auf jeden Fall handelt es sich hier um das neueste, was unser aller Lieblingslabel Rise Records zu bieten hat, und wenn ich eines sagen darf: Es hört sich echt gut an! dangerkids sind auf jeden Fall eine Band, die viel Potenzial zeigen, auch wenn die Strophen von "hostage" zugegebenermaßen von Linkin Park inspiriert ist. Ihr solltet es euch aber trotzdem anhören, mir hat es auf Anhieb gefallen.

Montag, 29. Juli 2013

I See Stars - New Demons

Uhm, ich hab wohl in letzter Zeit irgendwas verpasst. Ich bestreite ja nicht, dass ich in den letzten Tagen wieder deutlich weniger Posts getätigt habe (und das obwohl mein Interesse für die Musik nicht abgenommen hat), aber ich glaubte auch nicht, etwas wichtiges verpasst zu haben. Nun, falsch gedacht. Ich hatte bei meinem Post über den Beef zwischen I See Stars und Ronnie Radke vollkommen übersehen, dass ISS ein neues Album angekündigt haben! "Violent Bounce (People Like ¥øµ)" ist dabei anscheinend der erste veröffentlichte Song von 'New Demons', welches am 17.09.13 verfügbar sein wird.
Ich kann das jetzt nicht mit einer offiziellen Quelle bestätigen - auf der Facebook-Seite von I See Stars findet man nur das Album-Artwork, nicht aber das Release-Datum. Die einzige Quelle, auf die ich mich hier also gerade berufen kann, ist Sputnik. Auf YouTube geistert außerdem das Datum 13.08.13 herum. Vorerst also mal abwarten, und sollte das alles so stimmen, werdet ihr hier natürlich auch wieder eine Review finden können.

Sonntag, 28. Juli 2013

Review: SECRETS - Fragile Figures

Es gibt einige Dinge, die lassen sich nicht wirklich erklären. Paranormale Aktivitäten, Roswell, ob Kurt Cobain wirklich Selbstmord begangen hat... und wieso ich 'The Ascent', das Debüt-Album der kalifornischen Post-Hardcore-Band SECRETS irgendwie charmant finde. Technisch gesehen ist Xander ein mittelmäßiger Screamer und die Band an sich war zu dem Zeitpunkt technisch noch nicht sonderlich weit gekommen. Aber irgendwie mag ich das Intro von „Genesis“ und die Ehrlichkeit, die Seele in Songs wie „The Ascent“.


Zeitsprung. Xander Burgeois wurde ersetzt durch Aaron Melzer, der bis vor ein paar Monaten noch für Author & Finisher Schallwellen in Bewegung setzte. Secrets kündigen ihr zweites Album an, bald darauf folgt eine Single inklusive Musikvideo und alle paar Wochen wird auf dem Channel von Rise Records ein weiterer Song hochgeladen. 'Fragile Figures' wird von der Community so viel besser aufgenommen als 'The Ascent', man schaue sich allein die Reviews bei Sputnik an, einer Website, die eigentlich dafür bekannt ist, alles auseinanderzunehmen, was ihnen unter die Griffel kommt. Es hagelt positives Feedback von allen Seiten... nur von mir kam bisher nichts. Bis heute Morgen hatte ich mir nicht mal die Mühe gemacht, das (natürlich vorbestellte) Album runterzuladen, was sich dann schließlich doch änderte – ich hatte ja vor, eine Review zu schreiben.


Nach den ersten paar Songs, die ich auf YouTube hören durfte, hielt sich meine Begeisterung aber auch wirklich in Grenzen; „Ready for Repair“ ist unglaublich catchy, aber Richard Rogers wiederholt die Hook auch gefühlte zehntausend Male. Und mit jedem Song, der erschien, kam ein weiterer erzwungener Breakdown dazu. Textlich gesehen ist 'Fragile Figures' zwar lange nicht so einfach gestrickt wie das Debüt-Album, aber es fehlt doch einfach irgendeine Quintessenz, irgendeine Person, um die sich alles dreht. Secrets funktionieren mittlerweile gut als Einheit, aber im Gegensatz zu Fußballteams braucht es in der Musik Gesichter, die man mit der Band verbinden kann. Aaron Melzer ist ein guter bis sehr guter Screamer – wenn man mal seine hohen Screams hört, glaubt man kaum, dass da nicht Rogers seine Stimmbänder leiht – doch fehlt seinen Screams der Inhalt, ebenso wie dem Gesang Rogers'.
Was zusätzlich noch auffällt, wenn man das Album mit 'The Ascent' vergleicht, ist die Produktion. Während das erste Album im Vergleich wie ein Gummihandschuh wirkt, der einem doch ziemlich hart ins Gesicht geklatscht wird, haben wir es bei 'Fragile Figures' mit einem echten Holzbrett zu tun. Die Instrumente klingen klarer, einfach mehr wie zusammengefügte Einheiten in einem flüssigen Zusammenspiel und weniger wie eine Gummimasse aus Tönen. Es klingt insgesamt sehr viel reifer als das Debüt.


Secrets erfinden das Rad mit 'Fragile Figures' nicht neu, sie machen es nicht mal wirklich runder. Die elf Songs auf 37 Minuten sind Genre-Konventionen á la carte, gepaart mit Texten über Verflossene bei denen man dann fast froh ist, dass das Album nicht an die 40 Minuten kommt. Es wird zwar in meiner Default-Playlist bleiben, weil es nichts allzu furchtbares ist, aber ich werde es auch nicht stolz jedem zeigen, der sich für meinen Musikgeschmack interessiert.
Zwei Songs möchte ich allerdings noch einmal positiv erwähnen, und zwar den Zweiteiler in der Mitte des Albums: „Wasted Youth, Pt. 1“ und „The Architect, Pt. 2“. Hier geht es ausnahmsweise mal nicht um das Leben von Richard Rogers (oder wer auch immer für die Texte verantwortlich ist), sondern um das der Jugend, der Menschen, die 'Fragile Figures' adressiert, das derer, die wichtig für diese Welt sind. Mich hat das beim ersten Hören wirklich gefreut und ich finde diese beiden Songs haben es verdient, angehört zu werden, selbst wenn man sich sonst nicht wirklich für das Album interessiert.


Da dies hier die erste Review ist noch einige abschließende Worte: Ich gebe hier keine Wertung, weil das der Musik nicht entspräche. Oft ändert sich die Wertung mit der Zeit und in Relation zu anderen Werken. Außerdem suggerieren Wertungen Objektivität, die ich aber beim besten Willen nicht bieten kann. So wird es also bei meinen Reviews dabei bleiben, dass ich sage, was ich davon halte, es aber nicht in Kategorien einordne.